Multiresistente Keime in Reha-Kliniken

Die Angst vor Ihnen ist groß: Multiresistente Erreger (MRE) also solche, die nicht oder nur sehr schwer mit Antibiotika behandelt werden können, verbreiten seit einigen Jahren Angst und Schrecken in Gesundheitseinrichtungen jeglicher Art. Dr. Eichhorn aus der Klinik Nordfriesland hat sich dieser Thematik angenommen und hat hierzu diverse Vorträge in Fortbildungsveranstaltungen gehalten. Er betreibt damit zum einen Aufklärung für die Fachöffentlichkeit und gibt zum anderen Handlungsempfehlungen zum Umgang mit multiresistenten Erregern.

Für gesunde Menschen mit einem normal ausgeprägten Immunsystem besteht keine persönliche Gefährdung durch MRE, aber auch sie können Erreger weiterverbreiten. Daher sind je nach Besiedlungsort der Keime (Nase, Wunden, Harn,…) und Zustand des Patienten besondere Sicherheitsvorkehrungen und Hygienevorschriften zu beachten.

Lassen sich die MRE-infizierten Körperregionen gut abdecken und ist der Patient auch sonst in einer guten körperlichen Verfassung, so sind in den häufigsten Fällen bis auf strenge Desinfektionsregelungen und dem Ausschluss aus der Lehrküche sowie evtl. der Buffetverpflegung Rehabilitationsmaßnahmen ohne wesentliche Beeinträchtigung möglich.

Ist der Keim allerdings beispielsweise im Nasen-Rachen-Bereich angesiedelt und der Patient leidet unter chronischem oder akutem Husten bzw. Erkältungssymptomen, so muss er aufgrund des hohen Verbreitungsrisikos auf seinem Einzelzimmer bleiben und darf dieses nur für Spaziergänge an der frischen Luft verlassen. In diesem Fall sollte – insbesondere wenn die Symptome erwartungsgemäß mehr als nur wenige Tage andauern – geklärt werden, ob die Reha-Maßnahme unter den genannten Bedingungen für den Patienten überhaupt zielbringend gestaltet werden kann, oder ob der Aufenthalt evtl. zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden sollte. Es gibt auch in seltenen Fällen MRE-Keime, die besonders krankmachende Eigenschaften haben oder die so stark resistent sind, dass praktisch kein Antibiotikum mehr wirkt. In solchen Situationen ist eine Reha-Maßnahme ebenfalls nicht sinnvoll, weil der Patient dann durchweg in seinem Zimmer bleiben müsste.

Schließlich ist zu erwähnen, dass jede Institution, die Personen medizinisch oder pflegerisch, ambulant oder stationär betreut, grundsätzlich in der Lage sein muss, Menschen zu versorgen, die mit multiresistenten Erregern besiedelt oder infiziert sind. Eine Ablehnung der Übernahme ist mit dem alleinigen Verweis auf einen positiven MRE-Status nicht gerechtfertigt.

MRE Gefahr in Rehakliniken nur ein Prozent

Auch die 24-jährige Medizinstudentin Judith Krämer beschäftigte sich mit multiresistenten Erregern und fand in ihrer Untersuchung heraus, dass das Risiko, während eines Reha-Aufenthaltes mit einem solchen Erreger in Berührung zu kommen, nur bei etwa einem Prozent liegt. Damit ist das Risiko in den Reha-Kliniken nicht größer als im Durchschnitt der Bevölkerung. Das Ergebnis stützte sich auf Untersuchungen von 845 Patienten (bakteriologische Abstriche) in den vier Bad Kreuznacher Partnerkliniken zu denen auch unsere Klinik Nahetal zählt. Für ihre Arbeit wurde Frau Krämer mit dem Reha-Forschungspreis 2016 in Bad Kreuznach ausgezeichnet.

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